Risikobewertung im Strukturmodell
Risikobewertung im Strukturmodell

In der Strukturierten Informationssammlung, kurz SIS genannt, erfolgt eine abschließende Bewertung der vorher in den Themenfeldern festgestellten und beschriebenen Risiken.

Hierzu das verantwortliche Projektbüro Ein-Step im Wortlaut:

„Das beschriebene Verfahren im Rahmen des Strukturmodells begegnet dem weit verbreiteten Missverständnis in der Interpretation der Expertenstandards des DNQP, dass eine fachliche Einschätzung im Sinne der „initialen Einschätzung“ (Initialassessment/Risikomatrix) zwingend die Anwendung eines weiteren standardisierten Instruments zur Folge hat. Die Hinweise zu verschiedenen Assessmentinstrumenten (Differentialassement) in den Expertenstandards dienen der Orientierung, welche Instrumente zum Einsatz kommen können, wenn die Pflegefachkraft sich dazu entscheidet. Das Qualitätsmanagement legt im Qualitätshandbuch fest, welche dieser Instrumente in der jeweiligen Pflegeeinrichtung bei Bedarf zum Tragen kommen.“

ULR: httpss://www.ein-step.de/haeufige-fragen/; download 16.01.2018

Die Risikomatrix ersetzt die üblichen Assessmentinstrumente. Sie sind, wenn überhaupt, nur noch sehr gezielt zu verwenden. Das Wann und Wie ist im Qualitätsmanagement eindeutig zu regeln.

Die wichtigsten Arbeitsschritte der Risikomatrix

In der Praxis bereitet das Ausfüllen der Risikomatrix nach wie vor Kopfzerbrechen. Deshalb hier die wichtigsten Arbeitsschritte:

  • In jedem Themenfeld prüfen, ob ein Risiko vorliegt
  • Diese Einschätzung mit „Ja“ oder „Nein“ zu jedem Themenfeld und zu jedem der fünf Hauptrisiken in die Risikomatrix eintragen
  • Ist ein Risiko mit „Nein“ angekreuzt, besteht kein weiterer Handlungsbedarf
  • Wird „Ja“ angekreuzt, ist im nächsten Schritt zu entscheiden, ob eine weitere, fachliche Einschätzung notwendig ist
  1. Das Risiko besteht. Eine weitere Einschätzung ist nicht Also: Nein
  2. Es ist unklar, ob und in welchem Ausmaß das Risiko besteht. Also: Ja

Erläuterung am Beispiel Schmerz:

  1. Es ist klar, dass der/die Betroffene akute oder chronische Schmerzen hat. Im Maßnahmenplan ist dann zu beschreiben (kurz und knapp) was unterstützend getan wird, um die Schmerzsituation zu verbessern.
  2. Wenn die Situation oder der Ausprägungsgrad unklar ist, muss weiter „geforscht“ werden. Die Pflegefachkraft entscheidet individuell im Rahmen ihrer Fachlichkeit und unter Berücksichtigung der Vorgaben im Qualitätsmanagement sowie in Absprache mit dem Betroffenen was zu tun ist. So könnte ein Schmerzprotokoll über drei Tage geführt werden. Alternativ könnte sein, dass die Pflegefachkraft ein Gespräch zwischen Betroffenen – Arzt – Pflege anstrebt. Daraus könnten sich für den Maßnahmenplan die nichtmedikamentösen Maßnahmen zur Schmerzminimierung ergeben, ggf. kombiniert mit einem Schmerzprotokoll zur Überprüfung der Wirksamkeit.

In der ambulanten Version der SIS endet die Risikoeinschätzung mit der Frage nach Beratung. Je nach Ergebnis der Beratung zu einem vorliegenden Risiko (=> Pflegebericht) kann der Prozess abgeschlossen sein oder es finden sich die mit dem Betroffenen vereinbarten Maßnahmen im Maßnahmenplan wieder.

Mehr Informationen erhalten Sie in unserer Fortbildung zum Strukturmodell.